Krankenversicherung für Selbständige – so zahlst du den niedrigsten Beitrag
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Krankenversicherung für Selbständige – so zahlst du den niedrigsten Beitrag

Krankenversicherung für Selbständige – so zahlst du den niedrigsten Beitrag

In meinen Beratungen und Coachings höre ich immer wieder dass selbständige Frauen für ihre (freiwillig gesetzliche) Krankenversicherung zu viel zahlen.

Denn einige Krankenkassen stufen Gründerinnen beim Start in die Selbständigkeit gerne mit einem zu hohen Satz ein.

So dass beim Start gleich rund 350,- Euro monatlich fällig sind. Das muss nicht sein. Hier kannst du sparen!

Selbständige haben die Wahl zwischen einer privaten und freiwilligen gesetzlichen Versicherung. Wir reden hier ausschließlich über die freiwillig gesetzliche KV!

Wenn du wissen willst ob du zu viel zahlst, dann wirf einen Blick auf deinen letzten Einkommenssteuerbescheid:

Wo liegt dein monatlicher Gewinn (Jahres-Gesamt-Gewinn geteilt durch 12)?

Unter 945,- Euro? Zwischen 945,- und 1417,50 Euro? Oder darüber?

Diese Einstufungen sind möglich (Stand 2015, die Zahlen variieren je nach KK):

  1. Das Mindesteinkommen für freiwillig Versicherte in der GKV beträgt 945,00 Euro. Wenn dein Gewinn (alles was nach Abzug sämtlicher Kosten für dich netto überbleibt) im Jahr  945,- Euro nicht übersteigt und du weniger als 19,5 Stunden pro Woche arbeitest zahlst du monatlich um die 150,- Euro (= nebenberuflich selbständig – unten mehr dazu).
  2. Die nächste Bemessungsgrenze liegt bei rund 2.126,- €. Hierauf werden die KK-Beitragssätze erhoben (ca. 15% + 2,5% Pflege). Damit kommst du auf ca. 300,- Euro monatlich.
  3. Ausnahmen: Existenzgründer (mit Zuschuss von der Agentur) oder diejenigen die von der Härtefall-Regelung (frag bei der Kasse nach ob das für dich zutrifft) betroffen sind zahlen Beitrage auf eine Bemessungsgrenze von 1.417,50 Euro.
  4. Wer mehr verdient als das fiktive Mindesteinkommen, muss auf das gesamte Einkommen Krankenkassen-Beiträge (ca. 15%) zahlen. Schluss ist erst, wenn die Beitragsbemessungsgrenze erreicht ist. 2015 liegt der Wert bei 4.125,- Euro.

[grey_box]Achtung: Eine Einstufung zum Mindestsatz von 945,- Euro ist nur möglich, wenn keine weiteren Einkünfte oder ein größeres Vermögen vorliegen. Dazu zählen Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, ausgezahlte Renten sowie weitere Einkünfte – zum Beispiel aus einem Minijob. Einnahmen des Partners/Ehegatten werden mitgezählt. Für Kinder gibt es Freibeträge.[/grey_box]

Der Gewinn wird zu Beginn oft höher eingeschätzt als was du tatsächlich im ersten Jahr verdienst. Somit starten Gründer oft mit einem Beitrag von rund 350,- Euro. Das ist viel Geld das du erst einmal verdienen musst.

Reiche unbedingt deine erste Einkommenssteuer-Erklärung ein und lass dir zu viel gezahlte Beiträge zurückerstatten!

Wenn du weniger als 945,- Euro mtl. verdienst lass dich als nebenberuflich selbständig einstufen!

Liegt dein Gewinn (alles was nach Abzug sämtlicher Kosten für dich netto überbleibt) im ersten Jahr monatlich unter 945,- Euro kannst du dich bei der KK als nebenberuflich selbständig einstufen lassen.

Voraussetzungen für die nebenberufliche Selbständigkeit:

  • deine offizielle Arbeitszeit darf 19,5 Stunden die Woche nicht übersteigen. Wenn du also einen Laden hast der 50 Stunden/Woche geöffnet ist passt das NICHT.
  • du bist eine reine One-Woman-Show. Sobald du mind. 1 Angestellten hast fällst du raus.
  • du bekommst von der Agentur KEINEN Gründungszuschuss.

Aber wenn du:

Online (Blog, Shop, Beratung, Coaching) oder kreativ (Kunsthandwerkerin, Künstlerin, Autorin…) tätig bist oder im Servicebereich (Kosmetik, Fußpflege, Massagen, Reiki etc.) könnte es sein dass du offiziell unter 19,5 Stunden bleiben kannst. Auch wenn du mit vollem Herzen dabei bist und rund um die Uhr an deinem Business arbeitest. Kein Mensch von der KK kommt vorbei und begleitet dich eine Woche lang um zu sehen wie viel du nun tatsächlich schaffst.

Um dich als nebenberuflich einstufen zu lassen musst du einen Antrag stellen. Der wird dir zugesandt (halb so wild), du schickst ihn ausgefüllt zurück und die Kasse prüft ob diese Regelung für dich gelten wird. Sofort nach Prüfung und Genehmigung zahlst du den geringen Beitrag!

0,- Euro Krankenversicherung für verheiratete Selbständige!

Du bist verheiratet und dein Gewinn liegt unter 405,- Euro mtl. (mit zusätzlichem Nebenjob 450,- Euro)? Dann kannst du dich bei deinem Ehepartner mitversichern. Familienversichert nennt man das. Da zahlst du gor nix!

Als Selbständige ist es selbstverständlich krankenversichert zu sein. Selbst für Sparfüchse wie mich, die gerne ihre Fixkosten gering halten stellte sich die Frage nie auf eine Krankenversicherung zu verzichten. Selbst wenn du dich bester Gesundheit erfreust und mental auf gesund eingestellt bist – du weißt nie was kommt. Es reicht ein kleiner Unfall oder eine chronische Erkrankung, schon bist du fällig.

Du bist nicht ganz sicher ob du zu viel Krankenkassen-Beitrag zahlst?

Bist du unsicher oder solltest du feststellen dass du u.U. zu viel Krankenkassen-Beitrag gezahlt hast, dann setz dich unbedingt mit deiner KK in Verbindung (ein Telefonat reicht vorerst). Schildere deine Situation und frage ob die Einstufung (noch) korrekt ist.

Ich habe schon erlebt dass eine Selbständige nach 3 Jahren die gesamten zu viel gezahlten Beiträge zurückerstattet bekommen hat.

Da reden wir über mehrere 1000,- Euro!

Neben der zu hohen Einstufen bei der Gründung kann es ebenfalls vorkommen, dass dein Business sich verändert. Vielleicht hast du die letzten Jahre gut verdient aber nun schaltest du einen Gang runter, arbeitest weniger, hast die Branche gewechselt oder es läuft einfach nicht. Dann kannst du mit deiner Krankenkasse sprechen und dich zukünftig niedriger einstufen lassen.

Es ist schon vorgekommen dass sogar in diesem Fall die zu viel gezahlten Beiträge rückerstattet wurden!

How ever – check unbedingt deine Beiträge und schau ob du korrekt eingestuft wurdest.

Wir reden hier von barem Geld dass du jeden Monat auf´s Neue erst einmal verdienen musst.

Wie sieht´s bei dir aus? Alle Ausgaben korrekt? Oder gibt´s eventuell Geld zurück?

Ich freu mich über deine Fragen und Meinungen gleich hier in den Kommentaren!

Herzlichen Dank, Ines

 

 

Autor: Ines
inescordes@web.de

Kreatives Multitalent mit viel Wissen und Erfahrung aus über 20 Jahren Selbstständigkeit. Ich zeige dir wie du dein geliebtes Business nach vorne bringst & dabei glücklich bist. LET´S DO IT! Mehr über mich!

10 Kommentare
  • Steffi
    Posted at 10:34h, 23 Juni Antworten

    genau mein Thema :-) – ich halte dich auf dem Laufenden….

    • Ines
      Posted at 11:52h, 23 Juni Antworten

      Ich bin gespannt und drück die Daumen!

  • Ludwig
    Posted at 13:14h, 24 Juni Antworten

    Ich habe deinen Blog letztens gefunden und finde ihn top. Übersichtlich, interessante Beiträge und deine Begeisterung kommt durch :) Danke, Ludwig

    • Ines
      Posted at 17:01h, 24 Juni Antworten

      Danke Ludwig! Das freut mich sehr. Schön dass er auch der männlichen Zunft gefällt! :-)

  • Hans-Joachim Olczyk
    Posted at 11:17h, 03 Juli Antworten

    Hallo Ines,
    ein sehr guter Beitrag zum Thema KV. Allerdings: Wie sind Deine Erfahrungen mit Rückerstattungen von zuviel gezahlten Beiträgen? Ich kenne nur Existenzgründer, die die lapidare Auskunft erhalten: Erstattet wird nichts! Hoffentlich kannst Du mir Beispiele nennen, wo das geklappt hat.
    Herzliche Grüße
    Hans-Joachim Olczyk

    • Ines
      Posted at 11:25h, 03 Juli Antworten

      Hallo Olli! Danke.
      Die Techniker hat ein Jahr zu viel bezahlte Beiträge von sich aus (!!!) zurückerstattet nachdem per Ekst.-Bescheid bewiesen war dass die Einnahmen im letzten Jahr weniger als 945,-€/Monat betrugen. Parallel wurde die KV für nebenberufliche Selbständigkeit beantragt und genehmigt (u. somit der Beitrag um ca. 100,-€/Monat gesenkt).
      Vom Steuerberater kenne ich ebenfalls die Aussage: nachgezahlt werden darf immer aber rückerstattet wird nie! Ich hatte nun schon zwei Fälle wo das doch der Fall war.

      Mein Tipp: direkt bei der Kasse anrufen und die genaue Situation ehrlich schildern. Die TK zumindest war sehr hilfsbereit und entgegenkommend.

      Noch´n Tipp: Bei der Gründung versuchen den niedrigsten Beitrag zu wählen. UND/ODER: Nach dem 1. Ekst.-Bescheid prüfen ob Einstufung passt. Ggf. sofort anpassen lassen.

      Schöne Grüße, Ines

  • Ludwig
    Posted at 15:42h, 26 Januar Antworten

    Hey Ines,

    ich habe diesen Beitrag schon öfters weiterempfohlen und auch selber für sehr hilfreich empfunden. Wollte ich mal so sagen, denn das bekommt man als Verfasser(in) nicht immer so direkt als Feedback!
    Ist bei dir viel los? Habe gesehen, dass es keine neuen Beiträge gab und ich mag deine sehr gerne….

    Lieben Gruß aus Berlin,
    Ludwig

    • Ines
      Posted at 06:33h, 27 Januar Antworten

      Hey Ludwig,
      vielen lieben Dank für dein Feedback und die Weiterempfehlungen. Das freut mich sehr.
      Stimmt, bei mir ist viel los, ich komme nicht zum Schreiben. Bei dir ähnlich?
      2016 verspricht ein buntes Jahr zu werden mit einigen Neuerungen. Da bin ich dran und werde ganz bald berichten!
      Wie läuft´s bei dir so?

      Liebste Grüße und danke für den „kick in the ass“,
      Ines

  • Gabi
    Posted at 16:11h, 06 März Antworten

    vielen Dank Frau Cordes für diese Info. Ist genau das was ich gesucht und gebraucht habe :-)

    • Ines
      Posted at 08:41h, 07 März Antworten

      Das freut mich Gabi! :-)

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